Kontrolle von Orthografie, Zeichensetzung und Grammatik: Die Aufgaben eines Korrektors sind im Grunde schnell beschrieben. Verzwickt wird es, wenn es an die Feinarbeit geht.

Das Ziel eines Korrektorats ist es, einen in allen Punkten fehlerfreien Text abzuliefern. Das braucht viel Übersicht, einen genauen Blick und oft auch ein gutes Gedächtnis. Daneben aber benötigt ein Korrekturleser auch viel Geduld, denn Korrekturlesen kann ein sehr aufwendiger Job sein.

Ist der Korrektor mit seiner Arbeit erst einmal fertig, sieht niemand mehr, wie viele Fehler er aus dem Ursprungstext herausgefischt hat. Die Fehler hingegen, die er übersehen hat, die fallen auf und werden ihm oft genug vorgeworfen. Das kann das Korrekturlesen ganz schön frustrierend machen. Aber die Aufgabe kann auch sehr befriedigend sein, denn mit jedem Fehler, den der Korrektor löscht, wird das Manuskript ein kleines bisschen besser. Und genau darum geht es den Textarbeitern: das Beste aus einem Text herauszuholen.

 

Korrektur von Zeichensetzung, Orthografie und Grammatik

Die richtige Zeichensetzung gehört sicherlich zu den schwierigeren Themen in der deutschen Sprache. Man muss einen Satz schon feinsäuberlich auseinandernehmen, damit alle Kommas da sitzen, wo sie hingehören. Und um es noch ein wenig komplizierter zu machen, gibt es eine ganze Reihe Kommas, die gesetzt werden können, aber eben nicht gesetzt werden müssen. Im Korrektorat geht es nicht nur darum, alle notwendigen Kommas zu setzen und falsche zu löschen, sondern auch darum, hier Einheitlichkeit zu schaffen. Beispiel: Werden zwei Hauptsätze mit „und“ oder „oder“ verbunden, können Sie ein Komma setzen, Sie können es aber auch lassen. Wichtig ist, dass die einmal getroffene Entscheidung über den gesamten Text hinweg eingehalten wird. Schreiben Sie eine ganze Buchreihe oder veröffentlichen Sie noch auf einem Blog, in Broschüren oder geben Sie einen Newsletter heraus, gilt es sogar, die Entscheidung über alle Medien hinweg durchzuhalten. Ebenso wichtig ist es, dass es nach Doppelpunkten korrekt weitergeht, Semikolons einheitlich gebraucht werden und eine öffnende Klammer irgendwo ihr schließendes Gegenstück findet.

 

Gleiches gilt auch für die Rechtschreibung, also die Schreibung von Wörtern. Auch hier besteht die Aufgabe nicht allein darin, Fehler auszumerzen, also beispielsweise Buchstabendreher oder Vertipper zu finden. Eine einmal gefundene Lösung für Zweifelsfälle sollte beibehalten werden. Beispiel: Orthografie können Sie mit „f“ oder mit „ph“ schreiben. Ich habe mich für die Schreibweise mit „f“ entschieden. Das bedeutet, dass ich nun in anderen Wörtern, die entweder mit „f“ oder „ph“ geschrieben werden können, ebenfalls das „f“ wähle, also „Fotografie“ statt „Photographie“ schreibe. Anderenfalls ist der Text in diesem Punkt nicht einheitlich.

 

Bei der Grammatik geht es oft darum, Fehler im Satzbau auszugleichen. Häufig passen auch Subjekt und Prädikat im Numerus nicht zueinander. Es gibt aber auch Grammatikfehler, die ein Korrektor nicht anstreicht. So wird er in einem Roman in einem Dialog nicht zwingend Änderungen vornehmen. Ein Dialog spiegelt die gesprochene Sprache wieder und die ist grammatisch häufig inkorrekt.

Durchsicht von Typografie, Satz und Umbruch

Auch die typografischen Feinheiten sind Gegenstand eines Korrektorats. Die Typografie beschäftigt sich mit der Gestaltung eines Textes. Das beginnt bei der Wahl einer Schriftart und führt bis zur Frage, ob ein Festabstand aus einem Sechstelgeviert oder einem Achtelgeviert besteht. Während eines Korrektorats geht es natürlich nicht mehr darum, die Schriftart zu bestimmen, dieser Punkt ist zu diesem Zeitpunkt längst geklärt. Im Vordergrund stehen in dieser Phase Fragen wie: Ist der Umbruch sauber? Sind die Trennungen im Text richtig und leserfreundlich? Wurden Auszeichnungsarten wie etwa Kursivschrift oder Fettdruck einheitlich verwendet? Ist das Apostroph tatsächlich ein Apostroph oder vielleicht doch eher ein Minutenzeichen? Die Qualität eines Textes bemisst sich unter anderem daran, wie gründlich auch hier hingeschaut wurde.

 

Noch aus einem anderen Grund ist eine Satzkorrektur heutzutage von großer Bedeutung. Soll das Buch auch auf elektronischem Weg erscheinen, ist entscheidend, dass es „sauber gesetzt“ ist. Nur dann ist sichergestellt, dass beispielsweise die Umwandlung in ein E-Book-Format das gewünschte Ergebnis bringt. Ansonsten muss an dieser Stelle aufwendig und teuer nachgearbeitet werden.

 

Typografie und Satz ist ein sehr komplexes Thema, das ein umfassendes Wissen erfordert. Wenn Sie ein anspruchsvolles, ungewöhnliches Layout für Ihr Buch wünschen, arbeite ich mit einer ausgebildeten Schriftsetzermeisterin zusammen, um für Sie ein optimales Ergebnis zu erzielen.

 

Gern überprüfe ich Ihren Text auf Richtigkeit in allen genannten Punkten. Sprechen wir miteinander, ich freue mich auf Ihre Nachricht.

 

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