Mindestens ein Buch aus einem unabhängigen Verlag soll ich zum Indiebookday kaufen und lesen. Aber welches? Einfach so in eine Buchhandlung zu gehen und zu stöbern, ist angesichts der geringen Auswahl an Indiebüchern in vielen Läden riskant. Also mache ich mich im Netz auf die Suche nach Indieverlagen, um dann gezielt zu bestellen.

Über 24.000 unabhängige Verlage gibt es angeblich im deutschsprachigen Raum. Ganz schön viel. Und ganz schön unübersichtlich. Glücklicherweise gibt es im Netz einige Seiten, die die Recherche erheblich erleichtern.

Sich durch die folgenden Listen durchzuklicken, gehört wohl zum Schönsten, was Buchliebhaber an einem verregneten Sonntagnachmittag machen können. Die Vielfalt an unterschiedlichen Verlagen, Programmen und Büchern ist überwältigend, verlockend, wundervoll. Da verliert man sich schnell einmal in den Weiten des Büchermeers.

 

In den Listen finde ich bekanntere Verlage wie den Verlag Antje Kunstmann oder die Frankfurter Verlagsanstalt und solche, von denen ich noch nie etwas gehört habe wie die edition pudelundpinscher aus der Schweiz. Es gibt Verlage, die sich voll und ganz auf das Abenteuer Lyrik einlassen (KOOKbooks), die lesbisch-schwule Literatur verlegen (z. B. Butze Verlag) oder bei denen Künstler und Autoren gemeinsam Bücher gestalten (Starfruit Publications). Andere kümmern sich besonders um graphic novels wie der mairisch Verlag, der sogar einen graphic-novel-Preis ausgelobt hat und nebenbei Initiator des Indiebookdays ist. Übrigens entdecke ich auch meinen eigenen Verlag, den Wiener Braumüller Verlag. Ich bin also auch Indie-Autorin!

Indieverlage auf dem Hotlistblog finden

Die ergiebigste Seite, die ich gefunden habe, ist die vom ohnehin sehr lesenswerten Hotlistblog. Seit 2009 wird vom Verein der Hotlist per Publikumsabstimmung ein Preis für das beste Buch aus einem unabhängigen Verlag vergeben. Neben Buchvorstellungen, Nachrichten aus dem Indieverlagswesen und Verlagsporträts gibt es auch drei alphabetisch sortierte Linklisten zu Indieverlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Und hier sind wirklich Verlage aller Couleur versammelt. Zeit sollte man allerdings mitbringen, diese Linksammlungen durchzuarbeiten, dauert schon eine Weile.

Katalog der Kurt-Wolff-Stiftung

Wem das zu umfangreich ist und wer schon weiß, dass er ohnehin zu einem Buch aus einem literarischen Verlag greifen wird, dem sei der Katalog der Kurt-Wolff-Stiftung ans Herz gelegt. In der aktuellen, zur Buchmesse 2015 erschienenen Ausgabe sind 65 Verlage versammelt. Alle erfüllen die Kriterien der Stiftung und sind sozusagen handverlesen. Denn welche Verlage im Katalog präsentiert werden, variiert von Jahr zu Jahr, das entscheidet die Kurt-Wolff-Stiftung. Das Schöne: Im Katalog sind von jedem Verlag drei aktuelle Titel mit Cover und Beschreibung abgebildet, dazu gibt es eine Übersicht über ein paar Titel aus der jeweiligen Backlist. Damit ist diese Übersicht prima geeignet für alle, die mit wenig Aufwand ein tolles Buch aus einem Indieverlag finden und sich das Rumgeklicke auf Verlagswebsites sparen wollen.

 

Übrigens: Sich durch die Ausgabe 2015 des Katalogs durchzuklicken, lohnt sich schon wegen der Holzschnitte von Frans Masareel, mit denen sie geschmückt ist.

Der Blog Wereadindie

Auf dem Blog wereadindie veröffentlichen Buchblogger regelmäßig Rezensionen von Büchern aus Indieverlagen. Allein das führt dazu, dass ich dort regelmäßig lesenderweise zu Besuch bin. Hinter dem Reiter „Links“ verbirgt sich zudem eine alphabetisch sortierte Linksammlung unter anderem von deutschsprachigen Indieverlagen. Außerdem sind hier noch ein paar Indiebuchhandlungen und Buchblogger aufgeführt.

Der Blog sinnundverstand

Noch ein Blog: Auf sinnundverstand gibt es eine Liste mit Indieverlagen, leider ohne aktive Links, das macht das Abarbeiten etwas mühsam. Bloggerin Wibke Ladwig hat die Liste nach eigener Aussage gerade aktualisiert. Besonders interessant sind hier die Kommentare der Blogleser, in denen sich noch so manche Verlagsperle findet.

#indiebookday

Der Indiebookday findet seit 2013 statt, damit haben sich im Netz schon einige Einträge unter #indiebookday gesammelt, ob auf Twitter, Facebook, Pinterest, Instagram oder Blogs. Den Hashtag mal in eine Suchmaschine einzugeben, ist ein wilder, schöner Zugang zu den Indieverlagen, eine Abenteuerreise durch den Internetdschungel hin zu verborgenen Buchschätzen. Aber Vorsicht, hier besteht die große Gefahr sich zu verlaufen und sich festzulesen. Es soll niemand sagen, ich hätte ihn nicht gewarnt.

 

Fehlt etwas in der Übersicht? Dann freue ich mich über eine Nachricht, gern nehme ich weitere Quellen auf.

 

Abb.: vvoe/fotolia