Das sind die Vorgaben für den Indiebookday, der dieses Jahr am 26. März stattfindet.

„Geh in eine Buchhandlung und kaufe ein Buch! Irgendeines, das du ohnehin haben wolltest. Einzige Bedingung: Es muss aus einem Indieverlag stammen!“

Ein Indiebookday? Was soll das?

Laut Adressbuch des Deutschen Buchhandels gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 24.000 Verlage. Bei dieser  Zahl verwundert es nicht, dass darunter nicht nur große Player wie Random House, Droemer Knaur, MairDumont oder die Klett-Gruppe mit ihren diversen Tochterunternehmen sind. Neben solchen Großverlagen, die Millionen Euro Umsatz machen, den Markt beherrschen und die Flächen im Buchhandel besetzen, gibt es zahllose kleine Verlage. Die Bücher, die hier entstehen, erhalten im Trubel der Neuerscheinungen kaum Aufmerksamkeit, sondern gehen darin meist sang- und klanglos unter, beachtet, gekauft und gelesen nur von einer kleinen Gruppe Liebhaber.

 

Und das ist unglaublich schade, denn es sind gerade die Publikationen aus solch kleinen unabhängigen Verlagen, die unsere Buchlandschaft bunt und vielfältig machen. Während in den großen Verlagshäusern meist Massenware produziert wird, Schnelldreher, die im Buchhandel und auf den Konten der Verlage für Umsatz sorgen, produzieren in Kleinverlagen Enthusiasten oft Bücher, die anders sind – thematisch und in der Gestaltung. In unabhängigen Häusern erscheinen häufiger Texte von unbekannten Autoren und Trends werden hier füher aufgenommen. Das wirtschaftliche Risiko, das eingegangen wird, ist manchmal sehr groß, vor allem, wenn Menschen am Werk sind, die der Schönheit der Buchkunst verfallen sind: Buchsatz in Handarbeit und ein exzellenter Druck, eine vorzüglich Bindung, schweres, festes Papier und ein veredelter Einband … so entstehen wundervolle, aber leider extrem kostspielige Bücher.

 

Solchen Kleinverlagen und ihren Büchern Aufmerksamkeit und damit auch einen Markt zu schenken ist das Ziel des Indiebookdays, den der Hamburger mairisch-Verlag, selbst einer der Kleinen, erstmals 2013 ins Leben gerufen hat. Denn oft genug kämpfen diese Häuser Jahr für Jahr von Neuem ums Überleben im Haifischbecken Buchmarkt.

Was ist ein Indieverlag?

Die Kurt-Wolff-Stiftung, die die Förderung einer vielfältigen Verlags- und Literaturlandschaft zum Ziel hat und regelmäßig Preise für besonders engagierte Programme und Bücher vergibt, hat folgende Aufnahmekriterien für den eigenen Freundeskreis.

 

  • Der Verlag muss konzernunabhängig sein.
  • Er muss ein allgemeines Programm aus den Bereichen Literatur und Sachbuch haben und darf kein Druckkostenzuschussverlag sein.
  • Er muss dem von den Kurt Wolff Verlagen vertrenen Geist und Anspruch entsprechen.
  • Er muss ein regelmäßig erscheinendes Programm haben.
  • Er muss eine nennenswerte Produktion haben (mindestens vier Titel pro Jahr).
  • Er muss mindestens zwei Jahre am Markt sein.
  • Er muss seine Bücher mit einer ISBN versehen.
  • Er muss eine professionelle Auslieferung haben.
  • Er muss Mitglied im Börsenverein des deutschen Buchhandels sein.
  • Er muss über eine Verkehrsnummer verfügen.
  • Er muss bei den Barsortimenten vertreten sein.
  • Er muss über eine Website verfügen.
  • Er muss einen Jahresumsatz haben, der unter 5 Millionen Euro liegt.

 

Das sind schon mal gute Anhaltspunkte für die unabhängigen Verlage, von denen hier die Rede ist, allerdings kaum abschließend. Vor allem wird mit diesen Regeln ein recht hoher literarischer Anspruch formuliert, den nicht alle unabhängigen Verlage erfüllen (wollen). Manche Verleger geben mit Leidenschaft Genretitel heraus, etwa Michael Haitel, der sich mit seinem Verlag p.machinery insbesondere um die deutschsprache Science Fiction verdient macht. Oder der Mannheimer Phantastikverlag Feder & Schwert, in dem schon Steampunkromane erschienen, als in den großen Verlagshäusern noch niemand diesen Trend auch nur erkannt hatte. Andere unabhängige Kleinverlage geben spannende Reisebücher heraus (wie beispielsweise die edition karo), produzieren ungewöhnliche Kochbücher, gestalten wunderbare Bildbände und so weiter. Andererseits steckt in den Vorgaben der Kurt-Wolff-Stiftung ein professioneller Anspruch. Jemand soll es ernst meinen mit dem Büchermachen. Dazu gehören dann ein regelmäßiges Verlagsprogramm, ISBN und eine professionelle Auslieferung. Selfpublisher und auch viele Selbstverlage gehören demnach in der Regel nicht dazu.

 

Eine klare Definition, was ein Indieverlag ist und was nicht, gibt es nicht. Aber sie ist auch gar nicht so wichtig. Beim Indiebookday geht es meiner Meinung nach darum, auf Entdeckungsreise in Sachen Literatur und Bücher zu gehen, in den Programmen eher unbekannter Verlage zu stöbern und neue Autoren kennenzulernen.

 

Auf geht’s! Bis zum 26. März 2016 werde ich mich durch Verlagswebsites klicken (wie man die findet, habe ich im Beitrag „Indieverlage im Netz finden“ beschrieben), Leseproben studieren, Inspirationen sammeln und mich für mindestens ein Indiebuch entscheiden, das ich dann unter dem Hashtag #indiebookday hier und auf Facebook vorstelle.

 

Wie man in den Weiten des Internets überhaupt auf Indieverlage stößt, habe ich schon mal recherchiert

 

Abb./Logo: www.indiebookday.de