Alle Jahre wieder trifft sich die Buchbranche im Oktober in den Messehallen Frankfurt. Zum Präsentieren und Anschauen, zum Vorlesen und Zuhören, zum Sehen und Gesehenwerden. Anstrengend, aber immer äußerst interessant ...

Buchmesse in Frankfurt: Das bedeutet Spaß und Stress gleichzeitig und das jedes Jahr wieder. Auch dieses Mal habe ich wieder Kunden besucht, Kollegen und Kolleginnen getroffen, am Stand des VFLL mit Interessenten gesprochen und vor allem: viele der Veranstaltungen genutzt, um auf dem Laufenden in Sachen Selfpublishing zu bleiben.

Selfpublishing ist angekommen

Angesichts der Buchmesse 2015 ist eindeutig: Die Selfpublisher sind angekommen in der Buchbranche. Vor ein paar Jahren gehörten die Autoren, die ihre Bücher auf eigene Kosten produzierten und vertrieben, noch zu den „Schmuddelkindern“, mit denen man besser nicht spielen sollte. Heute hingegen ist eindeutig nicht nur ein großes Interesse, sondern vor allem auch ein intensives Bemühen um diese Zielgruppe zu spüren.

 

Immer mehr Dienstleister stoßen in den Markt vor (andere verschwinden schon wieder), die Platzhirsche rüsten ihre Messestände auf und ein ganzes Vortrags- und Veranstaltungsprogramm auf der Messe beschäftigte sich ausschließlich mit dem Thema „Selfpublishing“ aus den verschiedensten Perspektiven: von Vermarktungsstrategien bis hin zur (noch immer mangelhaften) Anbindung an den Buchhandel.

Selfpublishing mit Anbindung an die großen Verlagshäuser

Lang genug hat es gedauert, bis die großen Verlagshäuser – oder zumindest ein Teil davon – das Potenzial entdeckt haben, das im Selfpublishing liegt. Aber seitdem Indie-Autoren immer mehr Leser finden und sich hier Trends viel früher zeigen als im normalen Buchmarkt, hat ein Umdenken eingesetzt. Tatsächlich ist derzeit sogar so etwas wie Goldgräberstimmung zu spüren. Jeder Verlag hofft, unter den Selfpublishern, die bei den Tochterfirmen veröffentlichen, die nächste Poppy J. Anderson oder Hanni Münzer zu finden, also den ganz großen Wurf zu landen. Die Verlagslektoren würden die Selfpublisher-Szene sehr genau beobachten, wurde mir allenthalben versichert, vor allem natürlich die Autoren im eigenen Haus.

 

Für Selfpublisher, die schon immer bei einem Verlag unterkommen wollten, bieten diese Imprints der großen Verlagshäuser damit sicherlich eine gute Möglichkeit. Wem die Verlagslandschaft hingegen suspekt ist, findet aber auch zahlreiche unabhängige Anbieter für seine E-Book- und Printproduktion. Und wenn Verkaufszahlen und Bekanntheit stimmen, werden auch hier die Verlagslektoren aufmerksam werden, davon bin ich überzeugt. Interessant ist die Frage, wie bei solchen Autoren die Verlagsverträge gestaltet sind. Immerhin gehen die Autoren erheblich in Vorleistung, insbesondere in Bezug auf das Marketing.

Selfpublisher: selbstbewusst und wissbegierig

Nicht nur bei den Verlagen, auch bei den Autoren ist diese Entwicklung hin zu mehr Anerkennung spürbar. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren treten die Autoren deutlich selbstbewusster auf. Sie werden als Zielgruppe umworben, können aus einer ganzen Reihe Anbieter für verschiedene Dienstleistungen auswählen und wissen um ihren Wert. „Professionalisierung“ ist das Schlagwort, das an dieser Stelle immer wieder fiel. Den Selfpublishern ist bewusst, dass sie sich um die verschiedenen Bereiche rund um ihre Publikation kümmern müssen, sie tun es sehr abgeklärt und meist auch mit viel Spaß. Auch in diesem Jahr habe ich freiwillig eine Schicht am Messestand des VFLL übernommen und in dieser Zeit sowie bei Tischgesprächen viele unabhängige Autoren beraten. Die Fragen: „Wie finde ich einen passenden Lektor?“, „Wie läuft ein Lektorat ab?“ und auch „Was kostet so etwas?“ kamen dabei immer wieder. Vorbilder sind die Autoren, die es bereits geschafft haben, die auf dem Podium auf Augenhöhe mit den anderen Marktteilnehmern diskutieren.

 

Mein Fazit nach dieser Buchmesse: Alles ist in Bewegung! Und das macht es so spannend. Die Bedeutung des Selfpublishings wird weiter wachsen und immer mehr Autoren werden sich ganz bewusst gegen einen Verlagsvertrag und für eine unabhängige Veröffentlichung entscheiden, das steht für mich fest. Und die Entwicklung befindet sich erst am Anfang, die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Wenn Sie als Selfpublisher auf der Suche nach Informationen, Beratung und einem Lektorat sind, sprechen Sie mich an. Ich freue mich auf Sie.

 

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Fotos/Abbildung: Frankfurter Buchmesse